Viva Wolf Vegas

  Hier ein Bericht der Wertheimer Zeitung.

Glamourös choreographierte Tänze, humorvolle Büttenreden und sexy Narrenadel funkelten heller als die Amüsiermeile in Las Vegas.
Heiko Krimmer und Michael Bannwarth eröffneten die Show passenderweise als Siegfried und Roy. Vom weißen Plüschtiger auf der Bühne ging allerdings keine Gefahr für die Möchtegern-Magier aus. Sitzungspräsident Bannwarth versprach »Männerkörper hart gestählt, Frauen, wie aus dem Ei gepellt und Präsidentensprüche leicht gequält« und hielt Wort. Großen Anteil daran hatte auch das Prinzenpaar Nina I. und Thomas I., die nicht nur blaublütig, sondern auch tanzwütig sind. Als Discoqueen und Prince of Pop wirbelten die beiden so gekonnt über die Bühne, dass dagegen sogar »Dirty Dancing« wie ein Video vom Anfängerkurs einer Tanzschule aussah.

Hochzeit dank Overburgerking

Las Vegas und Blitzhochzeiten gehören zusammen wie Berta und Karl. Deswegen haben sich die beiden auch entschlossen, den Bund der Ehe einzugehen. Die Frischvermählte war allerdings ein wenig enttäuscht, dass sie nicht den perfekten Mann abbekommen hatte, den amerikanische Forscher entwickelt haben - »eine Kreditkarte, die den Müll runterbringt«. Um die Kosten der Hochzeit wollte sich das Paar keine Gedanken machen. Die Stadt Wertheim wird schon zahlen, schließlich war sie auch »beim 60. Geburtstag von Overburgerking Mikulicz nicht knauserig«.
Dass auch Winzlinge ein großes Spaßpotenzial bergen, bewiesen die Disco-Zwerge: Sogar mit Beinen, die nur halb so kurz sind wie der Oberkörper kann man Jürgen Drews und Modern Talking Konkurrenz machen. Keine Knubbel, sondern lange, schlanke Beine hatten dagegen die Tänzer der Prinzen- und Juniorengarde. Und sie wussten sie gekonnt auf der Bühne einzusetzen. Unter anderem bei einem perfekt choreographierten Schlachtengetümmel vor dem Caesars Palace, an dem Gladiatorinnen und Legionäre teilnahmen.

Das Beben der Bügelbretter
Einen Einblick hinter die Kulissen einer Telefonsexagentur gewährten die Mädels von Hüftgold. Erst führten sie den Zuschauern in Form einer Strapse tragenden Blondine die Fantasien der männlichen Anrufer vor. Dann folgte die harte Realität: Hausmuttis mit Rollenwickler im Haar, Zigarette im Mundwinkel und rosa Jogginganzug um die prallen Hüften nehmen die Anrufe entgegen. Trotz Überbiss und Überpo legten die Damen einen Tanz hin, der die Bügelbretter auf der Bühne zum Beben brachte.

Viele männliche Lady Gagas
Die Leistungssportgruppe der Lokomotive Wertheim stand Hüftgold in Sachen geschmacksverirrtem Kleidungsstil in nichts nach. Sie nahmen Elvis Presleys Liedzeile »ein bisschen weniger Gerede, ein bisschen mehr Action« wörtlich und stürmten in silbernen Hotpants und blauen Perücken auf die Bühne. So viele Lady Gagas sind zuvor wohl noch nie gleichzeitig aufgetreten. Auch in Silber, dafür aber weitaus hübscher anzusehen, waren die jungen Tänzerinnen des TV Wertheim. Sie litten am 80er-Jahre-Discofieber, obwohl wahrscheinlich keine von ihnen da schon auf der Welt war. Die Schulterpolster ihrer funkelnden Kostüme schienen dabei von Discokugeln zu stammen.

Seit 20 Jahren tanzt Linda Müssig schon auf Fremdensitzungen der Wolfsschlucht. Dass ihr auf der Bühne bis heute keiner etwas vormacht, demonstrierte sie als Flickflack schlagendes Tanzmariechen. Den Dingen auf den Grund ging das WCW Heute Journal: Mit Hilfe aufwendig gemachter Einspieler deckte Gundula Gause alias Vanessa Krimmer Skandale in Wertheim auf. So soll die A 3 bei Dertingen für Windkraftanlagen zurückgebaut werden. Das erhöhte Verkehrsaufkommen im Ort will Dertingen mit einem Erlebnispark kommerziell ausschlachten. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Für Durchreisende gibt es unter anderem »Schlachtworscht to go«.
Auf dem Humor-Highway bretterten Babette und Schorsch nach Las Vegas. Sie im Cadillac-Cabrio, er in voller Motorradmontur auf dem Dreirad. Ihre gut 20-minütige Ausfahrt in der Bütt befeuerten sie mit bissigen Kommentaren zu lokalen Themen, wie der Bestenheider Turnhalle, dem geplanten Krankenhaus und wildernden Kühen. Eine musikalische Abrechnung mit Spritpreis und Citymaut boten Andy Stange und seine Kumpels von den Homburger Steeäiseln. Sie waren zudem mutig genug, sich mit Schweinen auf dem Kopf in die Wolfsschlucht zu wagen.

Eine Sitzung zum Heulen
Zum Bedauern des Publikums wurde die A-Capella-Gruppe Funkstille ihrem Namen zu sehr gerecht: Ihr Auftritt fiel wegen Krankheit aus. Als sich das Männerballett vom Pokertisch loseiste, war an Stille im Saal nicht mehr zu denken. Ihr Tanz mit Breakdance- Einlage und amerikanisch-prüdem Striptease - nur das Sakko flog zur Seite und entblößte ärmellose Hemden - begeisterte das Publikum. Alles in allem war die Fremdensitzung einfach zum Heulen, was bei den Wölfen ja das größte Kompliment ist. Boris Dauber

 

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