Männerballett-Turnier in Grünsfeld (Bericht FN)

Der Titelverteidiger triumphierte erneut. Wie im Vorjahr gewann das "Bubenballett" aus Homburg das Männertanzturnier in der Stadthalle. Die "Steeäisel" zeigten turbulente Szenen einer Hochzeit im Hotel. Auf den zweiten Platz kamen die "Heeschter Berkediebe". Die "Jagsttalcasanovas" aus Krautheim belegten den dritten Rang. An der von der Männertanzgruppe der Grünsfelder "Hasekühle" organisierten 14. Austragung des Wettbewerbs nahmen neun Formationen vom Main bis zur Jagst teil. Zu sehen war attraktiver Tanzsport mit originellen Showeinlagen.

"Dies ist Sport vom Feinsten", erklärte Moderator Gerhard Fleuchaus. Das Turnier sei ein sportlicher Wettstreit und keine Fasnachtsveranstaltung. Es gehe schließlich nicht um Orden, sondern um Pokale. Eine Jury mit Wertungsrichtern von den teilnehmenden Vereinen vergab Punkte in den Kategorien Ausführung, Choreographie, Kostüm und Idee.

In einem Hotel geht es manchmal turbulent zu. Zumindest wenn man der Darbietung des "Bubenballetts" aus Homburg Glauben schenken mag. Die "Steeäisel" zeigten, was bei einer Hochzeit alles schieflaufen kann. Während Brautpaar und Gäste immer mehr dem Alkohol zusprachen, ging das Essen in Flammen auf. Witzige Ideen und spektakuläre Akrobatik bescherten dem "Bubenballett" den Sieg. Die "Steeäisel" wiederholten damit den Erfolg des letzten Jahres.

"O'zapft is": Einen Bummel über das Oktoberfest machten die "Heeschter Berkediebe". Recht zünftig ging es dabei zu. Die Männer aus Hainstadt gaben eine mit liebevollen Details garnierte Vorstellung. Ein Schuhplattler in Original-Lederhose durfte nicht fehlen. Die Jury honorierte die Verneigung vor dem bayerischen Brauchtum mit dem zweiten Platz.

Jeder Bub träumt davon, ein Feuerwehrmann zu werden. Die "Jagsttalcasanovas" aus Krautheim ließen den Traum wahr werden. Als Floriansjünger löschten sie einen Wohnungsbrand und entzündeten ein Feuer der Begeisterung beim Publikum. Lohn der Anstrengung: Rang drei nach dem zweiten Platz im Vorjahr. Als Piraten enterten die "Erftalhüpfer" aus Hardheim. Der vom Kinohit "Fluch der Karibik" inspirierte Auftritt endete schaurig. Aus schmucken Freibeutern wurden grässliche Skelette. Einen Abstecher auf die grüne Insel unternahm das Männerballett aus Giebelstadt. Irische Folklore im Stile von Ronan Hardimans "Lord of the Dance" machte deutlich, dass Franken und Irland prächtig miteinander harmonieren.

Wer ist der Böse? Das fragten die "Hupfdohlen" des SSV Mainperle aus Urphar. Ihr Auftritt war eine Hommage an die amerikanischen Kultkrimis der 1970er Jahre. Kojak, Shaft sowie Starsky und Hutch ermittelten. Einen getanzten Werbespot gab es auch noch nicht beim Männerturnier in Grünsfeld. "Schrei vor Glück oder schick's zurück" lautet das Motto eines Schuhversenders. Die "Waschbärbäuch" aus Hettingen ließen das Versprechen wahr werden.

Eine Premiere bedeutete der Auftritt der Tanzgruppe aus Wertheim. Die Männer der Wolfsschlucht Concordia sausten als Affen durch den Wald und machten den Dschungel unsicher. Die "Höpfemer Schnapsbrenner" machten kurzen Prozess. Die Jungs der Panzerknackerbande hatten gegen die Ordnungshüter keine Chance.

Dann wurden hinter den Kulissen die Stimmzettel ausgezählt. In den Pausen zeigten die Garden der "Hasekühle" ihr Können. Die Kindergarde gab eine märchenhafte Vorstellung. Mit dabei: Schneewittchen und die sieben Zwerge, der Froschkönig und Rapunzel. Eine Expedition ins Weltall unternahm die Juniorengarde. In einer fernen Galaxie trafen Aliens und Astronauten aufeinander. Die gemischte Schautanzgruppe feierte arabische Nächte im Orient. Diese Darbietungen liefen außer Konkurrenz. Das siegreiche "Bubenballett" erhielt den von Hans-Jürgen Esser, dem "Till von Franken", gestifteten Wanderpokal. Der Sonderpreis für die Gruppe mit der weitesten Anreise ging nach Hainstadt. feu © Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 19.03.2014

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