Wilde Tänze im Dschungelcamp ( Bericht Wertheimer-Zeitung )

Dass mit einer Ekelshow im Dschungel richtig gute Einschaltquoten zu erzielen sind, hat ein Kölner Privatsender erst jüngst wieder im deutschen Fernsehen bewiesen. Dass es im Dschungel auch ganz anders zugehen kann, hat die Wolfsschlucht Concordia Wertheim (WCW) am Samstag zum Auftakt ihrer Fremdensitzungen gezeigt. Auch die Einschaltquote stimmte:

Mehr als 500 Besucher honorierten das mehr als fünfstündige WCW-Dschungelcamp in der Main-Tauber-Halle mit begeisterter Zustimmung.
Keine sich quälenden C-Promis, keine unappetitlichen Mutproben - in Wertheims Feierstube bewiesen die Mitwirkenden, dass gute Unterhaltung eben doch auch ohne Peinlichkeiten und Geschmacklosigkeiten geht.

Im Gegenteil: Was auf der Bühne zu sehen war, zeichnete sich durch sprachlichen Witz, Esprit, tänzerisches Können, gesangliche Qualitäten und - das sei hier nicht verschiegen - auch die eine oder andere Zote aus. Doch das gehört dazu - und wird vom Publikum dann auch entsprechend kommentiert, wie Sitzungspräsident Michael Bannwarth immer einmal wieder erfahren durfte.

Bei all den Höhepunkten, die das Programm der ersten Fremdensitzung ausmachten - die zweite Fremdensitzung am kommenden Samstag ist übrigens fast schon ausverkauft und die Wölfe denken mittelfristig darüber nach, die Main-Tauber-Halle auch hinter dem Vorhang fürs Publikum zu öffnen -, dürfte sich der eine oder andere im Dschungeloutfit gekleidete Besucher gefragt haben: Wie kommt das Tanzmariechen in den Urwald?
Die Lösung ist so einfach, wie naheliegend: Dschungelguide Axel Schmid hat sie in die grüne Hölle von Wertheim mitgenommen. Wie auch die Damen von Hüftgold, die Axel Schmids Tour gebucht hatten und deren Diäten seit der närrischen Sitzung 2013 offensichtlich nicht wirklich angeschlagen haben. Schmid bewies, dass er sich bestens in der Fauna und Flora des lokalpolitischen Dschungels auskennt.

Doch nicht nur das: Gesanglich und textlich war Schmid auch mit den Männern der A-cappella-Truppe Funkstille auf der Höhe der Zeit. Nachdem die beliebte Sangestruppe im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen passen musste, erfreuten sie die Dschungelbesucher diesmal mit zahlreichen Songs aus dem Tauber-Dschungel. Mitsingen war obligatorisch.

Aus Duffhaus wird Puffhaus
Die Untiefen des lokalpolitischen Dschungels deckten Vanessa Krimmer alias Gundula Gause und Außenreporter Günter Arnold als Günni Arnoldi im »Heute Journal« auf: In der Eichelgasse baut die Stadtentwicklungsgesellschaft STEG ein Erotikcenter. Der Name steht auch schon fest: Aus Duffhaus wird Puffhaus. Und, was nicht überraschend war: Wertheims Männer - eine Straßenumfrage zeigte die schockierenden Meinungen - stehen zusammen mit Oberbürgermeister Stefan Mikulicz wie ein Mann hinter dem neuen Erotiktempel.

Auf der Jagd nach der Banane
Tänzerisch im Dschungel angekommen war auch die WCW-Showtanzgruppe: Kostüme und Schminke passten perfekt, die Lichtshow sorgte für die nötigen Farbeffekte. Das wirkliche harte Leben im Dschungel zugemutet hatte sich das Männerballett. Als Affen verkleidet, auf der Jagd nach der Banane tanzten sie frech und frei zur Musik aus dem Dschungelbuch.

Zulange im Dschungelcamp aufgehalten hatten sich offenbar die Männer von Lokomotive Wertheim. Abgemagert bis auf die Knochen war ihr skellettöses Schwarzlichtballett beeindruckend, skurril und - als sie ihre Köpfe unter den Armen trugen - furios erheiternd.

Apropos Tänze: Da hatte die WCW-Fremdensitzung am Samstagabend einiges zu bieten. Mit in den Dschungel gekommen waren die Prinzengarde, die Juniorgarde, die beiden Tanzmariechen Linda Müssig, die nach neun Jahren aufhört, und Madeleine Busch, das neue Tanzmariechen. Auch nicht ohne Tanz kommen die Disco-Zwerge aus, die auf die Musik der 80er Jahre zeigten, dass auch kurze Beine und lange Füße Michael Jackson, ABBA und Mickie Krause Konkurrenz machen können.

Erstmals dabei war Wolfgang König von der Faschingsgesellschaft Höpfemer Schnapsbrenner als einer der Drei Könige. Er wusste zu erzählen, wie Jesus zu seinem Namen kam. Einer der Heiligen Drei Könige schlug sich in der Krippe den Kopf an und fluchte: »Jesus!« Der Name gefiel Maria besser als »Karl-Heinz«.

Um das Schicksal von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kümmerten sich musikalisch die Eselsohren, die Musikformation um Andy Stange vom Homburger Carnevalsverein die Steeäisel. Gunter Fritsch Quelle Main-Netz

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